{"id":199,"date":"2026-03-21T19:41:58","date_gmt":"2026-03-21T18:41:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.teresareiter.com\/blog\/?p=199"},"modified":"2026-03-21T19:41:58","modified_gmt":"2026-03-21T18:41:58","slug":"den-bundeskanzler-zu-europa-interviewen-nobody-said-it-was-easy-no-one-ever-said-it-would-be-so-hard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.teresareiter.com\/blog\/2026\/03\/21\/den-bundeskanzler-zu-europa-interviewen-nobody-said-it-was-easy-no-one-ever-said-it-would-be-so-hard\/","title":{"rendered":"Den Bundeskanzler zu Europa interviewen &#8211; Nobody said it was easy, no one ever said it would be so hard"},"content":{"rendered":"<p>Einen Spitzenpolitiker zu interviewen ist nicht leicht. Wer genug Medientraining hat, weicht geschickt jeder Frage aus und bringt Wordings und Positionen unter, nach denen \u00fcberhaupt nicht gefragt wurde. Im Nationalratswahlkampf gab es in der Politikbubble in verschiedenen Variationen den beliebten Schm\u00e4h: &#8222;Sebastian Kurz, muss das \u00f6sterreichische Pensionssystem reformiert werden?&#8220; &#8211; &#8222;Ich habe die Balkanroute geschlossen.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Journalismusstudent_innen kennen das Interview, das der britische Journalist <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Uwlsd8RAoqI\">Jeremy Paxman mit dem damaligen britischen Innenminister Michael Howard<\/a> f\u00fchrte. Paxman stellte dem Minister, der sich um eine Antwort wand wie ein Aal,&nbsp; zw\u00f6lfmal dieselbe Frage. Spitzenpolitiker weichen aus, sie positionieren sich selbst auf dem Spielfeld der Weltpolitik, geben sich Rollen, die sie vielleicht gar nicht haben. Sie erz\u00e4hlen eine Geschichte, von der sie wollen, dass die W\u00e4hler_innen sie h\u00f6ren. Und manchmal gef\u00e4llt den Journalist_innen die Geschichte so gut, dass sie dabei helfen, sie zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Der EU-Korrespondent des Standard, <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000081642343\/Kanzler-Kurz-Wer-auf-Orban-und-Salvini-herabschaut-zerstoert-die\">Thomas Mayer, interviewte den \u00f6sterreichischen Bundeskanzler, Sebastian Kurz, Mitte Juni 2018<\/a> zu dessen Europapolitik. Es ist kein Geheimnis, dass Herr Mayer f\u00fcr den Kanzler eine gewisse Sympathie hegt, das bringt er in Tweets immer wieder zum Ausdruck. Gegen Sympathie kann man sich nicht wehren und man soll sie keinem ver\u00fcbeln. Dennoch &#8230; Eventuell hat er sich ein bisschen mitrei\u00dfen lassen von der Story des Kanzlers.<\/p>\n<p><strong>1. Was ist die Geschichte?<\/strong><\/p>\n<p>Die ist leicht zu finden. Sie steht n\u00e4mlich schon im Titel: &#8222;Wer auf Orb\u00e1n und Salvini herabschaut, zerst\u00f6rt die EU&#8220;. Nur zur Klarstellung: Den Titel w\u00e4hlt im Normalfall nicht der Interviewte oder die Presseabteilung des Kanzleramtes. Der Titel ist die Antwort auf die Frage: Was is die Gschicht? Beim Standard hat sich Thomas Mayer oder jemand anderes, der den Text ins Layout einrichtete, daf\u00fcr entschieden, dass das, was der Kanzler erz\u00e4hlt haben wollte, auch wirklich die Geschichte hinter diesem Interview ist. Ausgedruckt hat die Online-Version des Interviews 6,5 Seiten. Auf dieser L\u00e4nge nimmt Kurz auf seine Story sechsmal Bezug:<\/p>\n<ul>\n<li>wenn &#8222;diese st\u00e4ndigen Spannungen in der Union, dieses aufeinander Herabschauen, diese Entgleisungen in der Tonalit\u00e4t, wenn das endlich weniger wird &#8230;&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Mir wurde heute im \u00f6sterreichischen Parlament vorgeworfen, dass ich Kontakt zu manchen Regierungen in L\u00e4ndern der EU pflege.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Sie werden doch nicht glauben, dass ein Viktor Orb\u00e1n oder ein Salvini kompromissf\u00e4higer werden, je mehr man von oben auf sie herabschaut.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Inhaltliche Unterschiede kann man im Normalfall wesentlich leichter \u00fcberwinden, wenn pers\u00f6nliche Beleidigungen oder Herabw\u00fcrdigungen ganzer Staaten unterbleiben.&#8220;<\/li>\n<li>Geeinter sein hie\u00dfe f\u00fcr ihn &#8222;Diskussion auf Augenh\u00f6he. Ende des Herabschauens auf andere.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Es wird deshalb so wenig diskutiert, weil jeder, der nicht sofort zustimmt, wenn es darum geht, mehr nach Br\u00fcssel zu \u00fcberweisen, automatisch als Antieurop\u00e4er abgestempelt und kritisiert wird [&#8230;]Viele [&#8230;] stellen es so dar, als w\u00e4re man ein schlechter Europ\u00e4er, wenn man nicht gleich breitwillig sagt, wir \u00fcberweisen m\u00f6glichst viel und ohne Diskussion nach Br\u00fcssel.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Story, die Kurz erz\u00e4hlen will, ist also: Das Verhalten der europ\u00e4ischen Staaten gegen\u00fcber Polen, Ungarn und jetzt auch Italien ist herablassend und bevormundend und spaltet die Union. Er, Sebastian Kurz, will die Union aber einen, deshalb unterh\u00e4lt er Kontakte zu Politikern, die in der Union umstritten sind und nimmt daf\u00fcr in Kauf, dass sogar er (!) angefeindet wird. &#8222;Man wird ja wohl noch miteinander reden d\u00fcrfen&#8220; sozusagen.<\/p>\n<p>Einige inhaltliche Anmerkungen aus meiner subjektiven Sicht, die Thomas Mayer nicht macht:<\/p>\n<ul>\n<li>Sebastian Kurz wird nicht daf\u00fcr kritisiert, dass er <em>Kontakte<\/em> zur Orb\u00e1n etc. unterh\u00e4lt. Das tun die meisten anderen Regierungsschefs auch. Er wird daf\u00fcr kritisiert, dass er sich mitunter problematische Allianzen sucht. Orb\u00e1n ist nicht daf\u00fcr umstritten, dass er seine Grenzen nicht ge\u00f6ffnet hat, sondern f\u00fcr den menschenrechtlich problematischen Umgang mit Fl\u00fcchtlingen, f\u00fcr die Einschr\u00e4nkung der Pressefreiheit in seinem Land, f\u00fcr Ausbau der staatlichen Kontrolle \u00fcber viele Bereiche des t\u00e4glichen Lebens, f\u00fcr Vetternwirtschaft, f\u00fcr die Anti-EU-Kampagnen, f\u00fcr seine Angriffe auf George Soros und die Central European University. Sebastian Kurz wird nicht daf\u00fcr kritisiert, dass er mit Orb\u00e1n spricht, sondern daf\u00fcr, dass er diese Dinge nicht zum Thema macht. Wir k\u00f6nnen nicht wissen, ob er sie hinter verschlossenen T\u00fcren anspricht. Reinhold Lopatka wurde einmal bei <em>Im Zentrum<\/em> gefragt, ob er Kurz schon einmal hinter verschlossenen T\u00fcren etwas Kritisches \u00fcber Orb\u00e1n sagen hat h\u00f6ren und hat die Frage nicht beantwortet. Wenn es wirklich darum geht, die Union zu einen, so w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn der Kanzler seine guten Beziehungen zu schwierigen Playern in Europa dazu nutzen w\u00fcrde, diese zur\u00fcck in die europ\u00e4ische Mitte zu holen. Genau darauf gibt es aber keine Hinweise. Vielmehr sieht es manchmal ein wenig so aus, als orientiere er sich in gewissen Fragen an ihnen.<\/li>\n<li>Kurz selbst hat auch Spannungen in der Union ausgel\u00f6st, denkt man nur an seinen Umgang mit Deutschland aber auch <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000031781301\/Griechenland-will-Botschafterin-aus-Oesterreich-abziehen\">mit Griechenland<\/a> w\u00e4hrend der Fl\u00fcchtlingskrise oder den Disput mit <a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/ausland\/italiener-richtig-sauer-auf-kurz\/276.199.588\">Italien<\/a>. Er behandelt also nur <em>andere<\/em> Staaten nicht mit dem Respekt, den er sich von anderen Staaten f\u00fcr Orb\u00e1n und Salvini w\u00fcnscht. Es ist nicht so, als br\u00fcskiere Kurz nicht auch immer wieder andere Regierungschefs. Dass Isolation schwieriger Player nicht die Antwort auf deren Schwierigkeit ist &#8230; Geschenkt!<\/li>\n<li>Kurz&#8216; Anmerkung, man w\u00fcrde &#8222;kritisiert&#8220; und &#8222;abgestempelt&#8220;, wenn man nicht &#8222;sofort zustimmt&#8220;, &#8222;m\u00f6glichst viel und ohne Diskussion&#8220; nach Br\u00fcssel zu \u00fcberweisen, ist auch eher schwierig. Erstens einmal muss sich jeder Spitzenpolitiker Kritik gefallen lassen. Das Ende der Kritik kann nicht das Ziel sein, das wir in einer Demokratie anstreben. Die Kritik bezog sich auch nicht darauf, dass \u00d6sterreich nicht bereit ist, &#8222;m\u00f6glichst viel&#8220; an Br\u00fcssel zu \u00fcberweisen. Davon hat nie irgendjemand gesprochen. Es ging beim EU-Budget darum, dass die \u00f6sterreichische Bundesregierung z.B. beim vielgenannten Au\u00dfengrenzenschutz, bei Erasmus etc. Mehrleistungen von der Union erwartet, aber \u2013 etwa durch h\u00f6here Rabatte bei den Beitragszahlungen \u2013 weniger zum EU-Budget beitragen will. Der Brexit spielt da auch mit, aber vereinfacht gesagt, will die Bundesregierung beim EU-Budget an Stellen k\u00fcrzen, die sie nicht betrifft: bei der Strukturpolitik, statt bei der Agrarpolitik und bei der Verwaltung, die auf EU-Ebene winzig ist und kaum w\u00e4chst, obwohl ihre Aufgaben mehr und komplexer werden. Der Vorwurf war also der, dass die Bundesregierung eine unaufrichtige Debatte f\u00fchre.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2. Vorbild Rutte \u2013 Kurz ist kein Liberaler, w\u00fcrde aber gern so gesehen werden<\/strong><\/p>\n<p>Die Sache mit Mark Rutte &#8230; Im Untertitel des Interviews hei\u00dft es &#8222;Sebastian Kurz erkl\u00e4rt seinen Europakurs. Vorbild ist der Liberale Mark Rutte&#8220;. Abgesehen davon, dass das impliziert, Kurz sei ein Liberaler, was wohl eine Darstellung ist, die ihm gef\u00e4llt und die Mayer aufnimmt, aber gemessen an anderen Liberalen und liberalen Idealen nicht der Fall ist &#8230; Ob Rutte wirklich Vorbild<em> ist,<\/em> wei\u00df nur Sebastian Kurz. Insofern h\u00e4tte es zumindest &#8222;Vorbild <em>sei<\/em> der Liberale Mark Rutte&#8220; hei\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das ist aber gar nicht das Problem. Es ist n\u00e4mlich gar nicht Kurz, der Rutte aufbringt. Nirgends im Interview sagt Kurz von alleine: &#8222;Rutte ist mein Vorbild&#8220;. Das l\u00e4ge, nach allem, was wir bisher \u00fcber Sebastian Kurz zu wissen glauben, auch nicht gerade in seiner Natur. Thomas Mayer sagt: &#8222;Der niederl\u00e4ndische Premierminister Mark Rutte hat das diese Woche in einer Rede vor dem Europ\u00e4ischen Parlament eindringlich betont.&#8220; Daraufhin Kurz: &#8222;Seine Rede war sehr gut.&#8220; Dreimal bringt Thomas Mayer Rutte auf. Irgendwann kommt dann endlich die Frage: &#8222;[Rutte] scheint f\u00fcr Sie so etwas wie ein Rolemodel, ein Leitbild zu sein, wenn man das so sagen darf \u00fcber Regierungschefs.&#8220; Kurz: &#8222;Ja, durchaus. Er ist ein erfahrener, charismatischer Regierungschef, sicherlich einer meiner engsten Vertrauten und Verb\u00fcndeten.&#8220; Und schon ist Rutte Vorbild.<\/p>\n<p><strong>3. Die Vision des Sebastian Kurz f\u00fcr Europa<\/strong><\/p>\n<p>Mayer fragt Kurz nach seiner Vision f\u00fcr Europa. Kurz antwortet, er habe ja eh die Rutte-Rede geh\u00f6rt. Mayer fragt ihn ein paar andere Dinge und stellt die Frage erneut. Diesmal hat er mehr Gl\u00fcck und bekommt zumindest eine Antwort, wenn auch keine sehr konkrete: Schlanker solle die Union sein, geeinter und fokussierter. Das ist jetzt weder eine Utopie noch eine Anleitung f\u00fcr pragmatische Reformen, aber gut, es ist auf einfache Begriffe heruntergebrochen. Er beginnt dann zu erkl\u00e4ren, man m\u00fcsse Entscheidungsstrukturen reduzieren und die Zahl der Entscheidungstr\u00e4ger. Man k\u00f6nnte meinen, er sei konsequenterweise f\u00fcr die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips bei Abstimmungen auf europ\u00e4ischer Ebene. Stattdessen meint er aber die Zahl der Kommissare und die beiden Sitze des Europ\u00e4ischen Parlaments, beides Dinge, die man angehen sollte, aber nicht der entscheidende Punkt. Nach dem Einstimmigkeitsprinzip wird auch gar nicht gefragt. W\u00e4re aber spannend.<\/p>\n<p><strong>4. Eurotom interviewt sich selbst<\/strong><\/p>\n<p>Tom Mayer interviewt sich immer gerne gleichzeitig selbst. Daher hat das ganze Interview viele Passagen \u00fcber das, was er sich so gedacht hat, mit ein paar Sugestivfragen dahinter und seiner pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzung. Jetzt kann man sagen, im Sinne eines guten Gespr\u00e4ches, kann man das so machen, aber eigentlich m\u00fcsste man seinen eigenen Senf aus diesem Interviewformat heraushalten, wenn man sauber interviewt, finde ich.<\/p>\n<p><strong>5. Dinge, die wir jetzt wissen, die wir davor noch nicht wissen konnten&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Der Neuigkeitswert des Interviews ist nicht sehr gro\u00df. Gedanken, die ich von Kurz davor noch nicht geh\u00f6rt hatte, waren jener, dass der Mangel an europ\u00e4ischen Tr\u00e4gerfiguren wom\u00f6glich auf eine gewisse Erm\u00fcdung der demn\u00e4chst scheidenden Kommission zur\u00fcckzuf\u00fchren ist und das m\u00f6glicherweise mit der n\u00e4chsten besser sein k\u00f6nnte. Auch die Zeilen zur Idee eines Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsfonds ist etwas, das wir europapolitisch nicht sehr h\u00e4ufig diskutieren, im Gegensatz zum Au\u00dfengrenzschutz. &#8222;Was war der Neuigkeitswert?&#8220; ist \u00fcbrigens oft ein guter Test daf\u00fcr, ob man gerade wirklich etwas dazu gelernt hat, oder seine Zeit damit verbracht hat, die immergleichen Botschaften, die ein ge\u00fcbter Politiker platzieren wollte, aufzunehmen. #lifehack<\/p>\n<p><strong>6. Fragen, die in diesem Interview entweder nicht gestellt oder nicht beantwortet und nicht neu gestellt wurden<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Denkt Kurz, wenn er sagt, er m\u00f6chte, dass Europa &#8222;geeinter agiert&#8220;, manchmal an die Momente, wenn er zur Uneinigkeit Europas beigetragen hat?<\/li>\n<li>Wie begr\u00fcndet er die Behauptung, die Union &#8222;bl\u00e4he sich immer weiter auf&#8220; hinsichtlich kaum wachsender Verwaltungsstrukturen und der Tatsache, dass die Union auch durch Beitritt neuer Staaten gewachsen ist?<\/li>\n<li>Wann ist Kurz bereit, \u00fcber ein Aufgeben der ohnehin ausgeh\u00f6hlten Neutralit\u00e4t zumindest zu diskutieren, wenn er so vehement f\u00fcr eine engere Zusammenarbeit bei der Verteidigungspolitik eintritt?<\/li>\n<li>Inwiefern nutzt Kurz seine guten Kontakte zu Orb\u00e1n und seinen Umgang auf Augenh\u00f6he mit Salvini, um zur europ\u00e4ischen Einigkeit beizutragen? Welche konkreten Beispiele gibt es daf\u00fcr, dass er dazu \u00fcberhaupt einen Beitrag leistet?<\/li>\n<li>H\u00e4lt Kurz sich f\u00fcr einen Liberalen? Woran macht er das fest?<\/li>\n<li>Was sind die 5% der Positionen, in denen Kurz nicht mit Rutte \u00fcbereinstimmt und warum?<\/li>\n<li>Kurz ist gegen die Einteilung von Menschen in gute und schlechte Europ\u00e4er. Gibt es \u00fcberhaupt einen Punkt, an dem jemand f\u00fcr Kurz ein schlechter Europ\u00e4er ist?<\/li>\n<li>Auf die Fragen nach der Reform der Agrarpolitik hat er einfach nicht geantwortet. Ist \u00d6sterreich unter irgendwelchen Umst\u00e4nden bereit, die Agrarpolitik so umzugestalten zu helfen, dass Mittel treffsicherer vergeben werden, auch wenn das bedeutet, dass wir aus dem einen oder anderen Topf nicht mehr so viel herausbekommen? Er nimmt n\u00e4mlich immer nur Bezug auf die Strukturpolitik, ein Topf, aus dem \u00d6sterreich \u2013 im Gegensatz zu anderen Staaten besonders im Osten \u2013 weniger herausbekommt.<\/li>\n<li>Mayer fragt beim Thema EU-Reformen, die Rutte fordert, auch nach einer &#8222;Neuverteilung von Kompetenzen&#8220;. Darauf antwortet Kurz nicht.<\/li>\n<li>Ist Kurz daf\u00fcr, dass das Einstimmigkeitsprinzip (\u00fcberhaupt in Fragen der Gemeinsamen Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik) irgendwann abgeschafft wird? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wann und unter welchen Umst\u00e4nden?<\/li>\n<li>Was au\u00dfer der Au\u00dfengrenzenschutz ist f\u00fcr Kurz noch eines dieser vielbesungenen &#8222;gro\u00dfen Themen&#8220;, in denen es mehr Europa braucht? Geht dieses &#8222;Mehr&#8220; an Europa auch mit einem Abtreten von Kompetenzen nach Br\u00fcssel einher? Wenn ja mit welchen und wann? Wenn nein, woher soll das Mehr dann kommen?<\/li>\n<li>Inwiefern sieht Kurz beim Au\u00dfengrenzenschutz auch das Verhalten von manchen Mitgliedstaaten hinsichtlich Korruption und Verlangsamung von Prozessen und dem L\u00e4hmen europ\u00e4ischer Zusammenarbeit als problematisch? Was sollte man dagegen tun und wer soll es tun?<\/li>\n<li>Abgesehen davon, dass Kurz nicht an das Zustandekommen eines fairen Verteilungsschl\u00fcssels f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und eines europ\u00e4ischen Asylsystems zu glauben scheint, hielte er das grunds\u00e4tzlich f\u00fcr gute Ideen?<\/li>\n<li>Welche konkreten Ma\u00dfnahmen der EU oder welche neuen Ma\u00dfnahmen gedenkt Kurz am Westbalkan zu unterst\u00fctzen oder zu setzen, um die Stabilisierung in den Staaten des Westbalkan voranzubringen und dem Wachstum der Region zu helfen?<\/li>\n<li>Was h\u00e4lt er davon, dass sein EU-Minister Bl\u00fcmel momentan nicht gerade durch Sachkompetenz auff\u00e4llt?<\/li>\n<li>Welche Rolle spielt f\u00fcr Sebastian Kurz das \u00d6sterreichische Parlament und wie w\u00fcrde er dessen Rolle, dessen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen beschreiben?<\/li>\n<li>Gibt es Fehler, die er sich f\u00fcr seine ersten Monate als Kanzler eingesteht?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>And so many more &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Spitzenpolitiker zu interviewen ist nicht leicht. 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