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Die doppelzüngige Balkanpolitik der EU

Alexandar Vucics Partei hat wie zu erwarten die serbischen Wahlen gewonnen, die alles andere als demokratisch und zusätzlich durch Corona erschwert bei grottiger Wahlbeteiligung stattfanden. Vucics Regierungsstil steht all jenen Werten der Europäischen Union entgegen, die wir fortwährend von den Staaten des Westbalkans einfordern, wenn es um deren Beitritt geht. Man sollte also annehmen, führende EU-PolitikerInnen hätten mit scharfer Kritik auf diese Wahl reagiert und Stellung bezogen. Okay, ich gestehe: Nachdem ich mich seit zehn Jahren mit der europäischen Balkanpolitik beschäftige, habe ich damit nicht wirklich gerechnet. Aber muss man zu diesem Wahlergebnis wirklich auch noch gratulieren?

Eine Pro-Balkan-Politik zu machen, bedeutet für mich, einE VerbündeteE der Europäerinnen auf dem Westbalkan zu sein und nicht von einer bestimmten Partei und deren Anführer.  Die europäischen Werte ernstzunehmen, heißt meines Erachtens, dass man nicht mit denen gemeinsame Sache macht, diese mit den Füßen treten. Auf Anfrage von Politico Europe habe ich mir dazu ein paar Gedanken von der Seele geschrieben:

The EU’s two-faced Balkan strategy