Jugoslawienkriege in die Lehrpläne — weil Europa das braucht

Anlässlich der Nobelpreisverleihung an Peter Handke posten heute Kriegsjournalist_innen unter dem Hashtag #BosniaWarJournalists ihre Berichterstattung aus dem Bosnienkrieg. Ihre Worte und Bilder sollten Teil des Geschichtsunterrichts sein, denn nicht nur die Entstehung der EU, sondern auch diese dunkelsten Stunden Europas seit dem Zweiten Weltkrieg sind europäische Geschichte, mit der wir uns beschäftigen müssen, um sie niemals zu wiederholen und um die europäische Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Erweiterungspolitik zu reformieren. Jugoslawienkriege in die Lehrpläne — weil Europa das braucht weiterlesen

Handke hat den Nobelpreis nicht verdient

Auf Twitter ist es bereits ausgestritten. Die einen sagen, Handke ist ein Genozid-Leugner, ein Revisionist, ein Freund oder zumindest ein Verharmloser und der Grabredner des Kriegsverbrechers Slobodan Milosevic. Die anderen sagen: Aber großartiger Autor ist er halt trotzdem und es ist ja auch nicht der Friedensnobelpreis, den er bekommen hat.  Handke hat den Nobelpreis nicht verdient weiterlesen

Die euch verarschen, die habt ihr selbst gewählt

Als Kandidatin bei der Europawahl habe ich im Wahlkampf viele Gespräche mit allen möglichen Leuten geführt. Eines ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Ein 16-Jähriger fragte mich bei einem Infoabend in einem tollen Jugendcafe: „Warum können Politiker einfach so lügen und nichts passiert? Warum gibt es dafür keine Strafe? Warum müssen die nicht ihre Wahlversprechen aufschreiben und irgendjemand schaut dann nach einer Weile eines nach dem anderen an, ob sie gelogen haben?“ Die euch verarschen, die habt ihr selbst gewählt weiterlesen

Sympathien über Parteigrenzen hinweg – Sympathy for the devil

An einem meiner ersten Tage in diesem Job im Parlamentsklub sah ich, wie sich ein Mandatar, der mir besonders unsympathisch in seinem Auftreten und in seinen Positionen war, die Nase schnäuzte. Es war Winter und er hatte einen heftigen Schnupfen, wie ich ihn wenige Tage zuvor gehabt hatte. Mich selbst beobachtend, fragte ich mich kurz, warum mich der Anblick so erstaunte. Die beste Erklärung, die ich habe, ist, dass ich über meine Abneigung, die seine menschenverachtenden Äußerungen in den Medien bei mir hervorgerufen hatten, irgendwie vergessen hatte, dass er ein Mensch aus Fleisch und Blut ist und daher natürlich auch Schnupfen kriegen kann. Sympathien über Parteigrenzen hinweg – Sympathy for the devil weiterlesen

Relationship Guide für die EU und den Balkan

In der EU wird wieder mehr über die Westbalkan-Erweiterung gesprochen. Montenegro, Serbien, Albanien, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina und der Kosovo sollen irgendwann – wenn es nach manchen Politiker_innen geht – „so bald wie möglich“ Teil der Union sein. Oberflächlich betrachtet klingt das gut, doch sind wir als EU in dieser Debatte nicht immer ehrlich zu uns selbst. Wir reden mit jemandem übers Zusammenziehen, mit dem wir gerade ein paar Mal geschmust haben. Das ist weder sinnvoll noch notwendig.  Relationship Guide für die EU und den Balkan weiterlesen

Lieblingsspiel: Kalter Krieg. Warum wir unsere Einstellung zum Bundesheer ändern müssen

„Das Bundesheer ist unfähig, unnötig und überfinanziert“, so die Meinung vieler Österreicher_innen. Vorab: Ich halte keines der drei Adjektive für zutreffend auf das Österreichische Bundesheer. Ich glaube, das ÖBH ist notwendig, in einigen Bereichen sehr kompetent, in anderen weniger und ich halte es für absolut unterfinanziert. Aber leicht hat man es mit der Position dieser Tage nicht. Lieblingsspiel: Kalter Krieg. Warum wir unsere Einstellung zum Bundesheer ändern müssen weiterlesen

Sie können die Folgen nicht kontrollieren, Herr Bundeskanzler

Der geplante Deal zwischen dem Kosovo und Serbien und Österreichs problematische voreilige Zustimmung könnten eine Vorleistung für erneute gewaltsame Auseinandersetzung, zumindest aber für eine nachhaltige Gefährdung der Stabilität in der Region sein. Sie können die Folgen nicht kontrollieren, Herr Bundeskanzler weiterlesen

Den Bundeskanzler zu Europa interviewen – Nobody said it was easy, no one ever said it would be so hard

Einen Spitzenpolitiker zu interviewen ist nicht leicht. Wer genug Medientraining hat, weicht geschickt jeder Frage aus und bringt Wordings und Positionen unter, nach denen überhaupt nicht gefragt wurde. Im Nationalratswahlkampf gab es in der Politikbubble in verschiedenen Variationen den beliebten Schmäh: „Sebastian Kurz, muss das österreichische Pensionssystem reformiert werden?“ – „Ich habe die Balkanroute geschlossen.“ Den Bundeskanzler zu Europa interviewen – Nobody said it was easy, no one ever said it would be so hard weiterlesen